Radio­synovior­these

Radio­synovior­these

Was ist eine Radiosynoviorthese (RSO)?

Bei einer Radiosynoviorthese (RSO) handelt es sich um ein nuklerarmedizinisches Therapieverfahren, bei dem ein schwach strahlendes Medikament in ein Gelenk gespritzt wird um chronische Veränderungen mit Schwellung und Schmerzen deutlich zu reduzieren oder ganz zu bessern. Wir führen die RSO ausschließlich am Knie durch.    

Voraussetzung für die Behandlung ist ein nach wiederholter Gelenkpunktion immer wiederkehrender Erguss, der mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden ist. Ursache  können neben einer chronischen Polyarthritis (entzündlicher Gelenkrheumatismus) u. a. auch aktivierte Arthrosen (Abnutzung des Gelenkes mit Reizerguss), eine Psoriasisarthritis (Schuppenflechte mit entzündlicher Gelenkbeteiligung), vorangegangene Gelenk-OP oder ein Morbus Bechterew sein.

Die RSO hat das Ziel, die entzündliche Gelenkschleimhaut mit Hilfe eines radioaktiven Stoffes zu erneuern.

Neben Kniegelenken behandeln wir auch andere Gelenke auf Anfrage.

Was ist vor und nach einer RSO zu beachten und wie läuft diese ab?

Für die Behandlung sind einige Voraussetzungen erforderlich. Um zu prüfen, ob eine RSO in Ihrem Fall angezeigt ist, dient ein aktuelles Skelettszintigramm. Außerdem dürfen Sie u.a. zum Punktionszeitpunkt bestimmte gesinnungshemmende Medikamente nicht einnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch.

Vorbereitung:

Zum Behandlungszeitpunkt müssen Sie nicht nüchtern sein. Ihr aktueller Medikamentenplan wird im Vorfeld von uns benötigt.

Am Behandlungstag bringen Sie bitte ein Paar Unterarmgehstützen und bequeme, weite Kleidung mit. Der Rücktransport aus der Praxis zu Ihnen nach Hause soll durch Sie organisiert werden. Das selbständige Führen eines Fahrzeuges ist wegen der Bewegungseinschränkung im Knie nicht möglich.

Therapieverlauf:

Nach erneuter Gelenkpunktion und unvollständiger Entfernung des Ergusses wird ein radioaktives Präparat eingespritzt. Es handelt es sich um 90 Yttrium-Zitrat (Beta-Strahler) mit einer physikalischen Halbwertszeit von 2,7 Tagen und einer maximalen Reichweite von 11 mm im Gewebe. Nach gleichmäßiger Verteilung im Kniebinnenraum wird das Radiopharmakon von den oberflächlichen Schleimhautzellen aufgenommen. Angrenzender Knorpel und Knochen werden nicht oder nur geringfügig geschädigt.

Danach sollen Sie für 48 Stunden das behandelte Knie schonen und nicht beugen. Das beinhaltet den Rücktransport aus der Praxis in die Häuslichkeit als Beifahrer. Zu Hause ist eine strenge Bettruhe jedoch nicht erforderlich (Toilettengang erlaubt).

Die RSO wirkt nicht sofort. Mit einer merklichen Schmerzreduktion ist nach 4 – 8 Wochen zu rechnen.

Informationen zur Strahlenbelastung bei der RSO

Die lokale Strahlendosis im Kniegelenk ist relativ hoch und entspricht dem gewünschten Ziel. Der übrige Körper wird gering belastet, was durch eine konsequente Ruhigstellung des Gelenkes über 48 Stunden nach RSO unterstützt wird.

Allergien oder Nebenwirkungen auf das Radiopharmakon sind nicht bekannt. Vor Behandlung muss eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen sein.